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Aus dem Leben ...

Die Idee zu dieser Rubrik kam mir unter der Dusche. Der Titel lässt euch, denke ich mal, zuerst glauben, dass ich hier etwas aus meinem Leben schreiben werde. Das ist teilweise richtig. Ich werde in dieser Rubrik kleine Texte über Gegenstände, Personen und Tiere veröffentlichen. Ich hoffe, die Idee und die Texte gefallen euch!

 

Viel Spaß beim Lesen!

09.03.2015


... der Krise



Oh, ich wette, ihr alle kennt mich und habt schon mal Bekanntschaft mit mir geschlossen.

Ich bin hässlich, mal klein, mal groß und ich mache euch das Leben zur Hölle.

Kein Kopf ist vor mir sicher und ihr müsst euch schon sehr anstrengen, um mich wieder loszuwerden. Das ist nämlich gar nicht so einfach.

Mich gibt es in vielen Formen, Farben und Lebenssituationen. Vielseitig bin ich, oh ja!

Der Schreiber kennt mich besonders gut, denn dann halte ich ihn davon ab, irgendetwas zu Papier zu bringen und schaffe es, ihn an seinen Werken zweifeln zu lassen.

Ich trete auch als Lebenskrise in Erscheinung, manchmal schaffe ich es sogar, Leute in den Tod zu treiben. Das bereitet mir ziemlich viel Genugtuung.

Kurzum: Ich, die Krise, bin ein gemeines Arschloch, das sich davon ernährt, euch um den Verstand zu bringen und euch verzweifeln zu lassen.

Jemanden zum Scheitern, Aufgeben zu zwingen, erfüllt mich mit euphorischen Glücksgefühlen.

Ich wurde geboren um gefürchtet und gehasst zu werden.

Mein Leben so wie ich es liebe!

12.05.2014

 

... eines Gladiators

 

Das Schwert sauste um Haaresbreite an meinem ungeschützten Hals vorbei, als ich mich mit einem Sprung zur Seite rettete. Mit einigen schnellen Hieben trieb Portus mich zurück. Das Publikum brüllte begeistert. Was konnte bloß so toll daran sein, einen 14-Jährigen gegen einen doppelt so großen und dreimal so schweren 17-Jährigen kämpfen zu sehen?

Der kurze Moment, in welchem ich abgelenkt war, reichte aus, damit Portus mir mit einem gewaltigen Schlag den Helm vom Kopf stoßen konnte. Beifall ertönte von den Tribünen.

„Na, Kleiner, möchtest du um Gnade flehen?“ Mein Gegner stieß ein höhnisches Lachen aus und fixierte mich durch sein Visier.

„Möchtest du den nicht wenigstens ablegen?“ Ich wies mit dem Kinn auf seinen Kopf. „Wir wollen doch fair kämpfen, nicht wahr?“

„Ach, Darius, dieser gesamte Kampf ist doch nicht fair“, meinte Portus, aber trotzdem nahm er seinen Helm ab und warf ihn in den Sand. Fast meinte ich, einen traurigen Ausdruck in seinen Augen zu sehen, als er sagte: „Ich gewinne sowieso.“

Endlich konnte ich mein Schwert erheben und zielte auf Portus Brust. Mit beängstigender Leichtigkeit parierte er meinen Schlag und schlug mir die Waffe aus der Hand.

Rasch duckte ich mich unter seinem nächsten Hieb und hob mein Schwert vom Boden auf.

Portus Klinge sauste als tödlicher Blitz auf mich nieder und ein glühender Schmerz durchschnitt meinen Oberschenkel. Ich schrie auf, ging auf die Knie und hörte von weit weg das Lachen meines Gegners.

Die kalte unbändige Kraft der Wut ergriff von meinem Körper Besitz und ich ignorierte mein verletztes Beins, als ich mich aufrichtete. Ich packte meine Waffe fester und führte eine Finte gegen Portus, die er definitiv nicht erwartet hatte. Auf einmal war ich nicht mehr ich selbst. Ich wollte ihn mit jeder Faser meiner selbst töten. Gerade noch rechtzeitig schaffte er es, mein Schwert abzuwehren, doch da stieß ich bereits ein weiteres Mal zu, und diesmal traf ich.

Die Klinge durchschnitt seine Rüstung, als wäre sie aus Papier, und drang tief in seinen Bauch ein.

Ungläubig starrte Portus mich an und fiel dann langsam zu Boden. Seine toten Augen blickten leer in den Himmel.

Plötzlich erfüllte der Klang von tosendem Applaus die Arena, und alle riefen meinen Namen. „Darius! Darius! Darius!“

Ich dagegen stand da, das blutbefleckte Schwert in der Hand, und starrte auf den Leichnam, welcher zu meinen Füßen im Staub lag. Alle Geräusche klangen irgendwie verschwommen und ich spürte, wie Tränen über mein Gesicht rollten.

Was hatten sie bloß mit mir gemacht?

21.04.2014

 

... einer jungen Frau in den goldenen 20ern

Dieser Text wurde von einer Germany's Next Topmodel-Folge inspiriert. xD

 

Langsam, beinahe in Zeitlupe hob ich die feingliedrige Hand und winkte aus dem Zugfenster heraus. Am liebsten hätte ich etwas Ermutigendes gesagt, aber ein riesiger Kloß steckte in meinem Hals.

"Viel Glück, Scarlet!", rief meine Mutter mit tränenerstickter Stimme. Ich wusste, sie versuchte stark zu sein und es war ihr schrecklich unangenehm, dass ich sie so sah. Meine Lippen formten einen lautlosen Abschiedsgruß.

Hayley, unsere leicht betagte Haushälterin, schnäuzte sich vernehmlich ins Taschentuch, während meine kleine Schwester Abigail mich einfach bloß ausdruckslos anstarrte. Ein durchdringendes Pfeifen ertönte.

"Zurücktreten! Treten Sie bitte zurück, meine Herrschaften!", riefen die Schaffner und begannen die Türen zu schließen. Noch war es nicht zu spät. Ich konnte einfach meinen Koffer nehmen und aus dem Wagon steigen.

Dichter Qualm ließ den Bahnsteig hinter einer Wolke verschwinden. Verzweifelt lehnte ich mich weiter hinaus. Ich durfte sie nicht jetzt schon aus den Augen verlieren. Eine einzelne Träne stahl sich aus meinem Augenwinkel, doch ich wischte sie nicht weg, denn es würden noch mehr kommen.

Was gab ich für die Menschen dort draußen wohl für ein Bild ab? Das einer unglaublich traurigen jungen Frau oder doch eher das der hysterischen reichen Schnepfe? Ich trug ein enges schwarzes Kleid, welches mir bis knapp über die Knie reichte. Die spitz zulaufenden schwarzen Schuhe passten perfekt dazu. Bis zu den Ellenbogen bedeckten seidige Handschuhe meine blasse Haut. Auf der kunstvoll zur Seite gesteckten Frisur thronte ein kleiner schwarzer Hut nach der neuesten Mode mit einem feinem Netz daran, welches mein Gesicht halb verdeckte. Meine Lippen waren in einem verführerischen Dunkelrot geschminkt. Kurzum: Mein Aufzug war in jeder Hinsicht glamourös. Den Blicken der anwesenden Männer zu urteilen, stimmten diese mir zu.

Über was man sich so Gedanken macht, wenn man abgrundtief verzweifelt ist, denn was nützt einem die schönste und teuerste Kleidung, wenn man gerade die Reise von England in die USA antritt und seine Familie vermutlich erst in vielen Jahren wiedersehen würde?

Wir hatten zwar mehr Geld als die meisten anderen Leute, aber für regelmäßige Fahrten ins Land der Träume reichte es dann doch nicht. Eine Karriere als Schauspielerin so weit weg von zu Hause. Was hatte ich mir bloß dabei gedacht?

Ohne es zu bemerken, hatte ich hemmungslos angefangen zu schluchzen. Die anderen Passagiere in meinem Abteil musterten mich mitleidig und die ältere Dame, die mir gegenüber saß, reichte mir ihr geblümtes Seidentaschentuch.

Ein lautes Pfeifen ertönte und der Zug setzte sich unter lautem Getöse in Bewegung.

Ich brachte es nicht übers Herz noch einmal zu den Menschen zurückzuschauen, die mir das Wichtigste überhaupt waren.

Mein neues Leben begann in diesem Moment.

04.10.2013

 

... einer Verbrecherbande

 

"Los, schneller, oder wollt ihr, dass die Bullen uns noch erwischen?"

Jen wedelte ungeduldig mit der Hand vor meinem Gesicht herum. "Komm schon!"

David griff nach der Taschenlampe und beleuchtete den dunklen Schacht vor uns. Mein Atem ging viel zu schnell; ich bekam kaum Luft.

"Oh nein", stöhnte Charlie, "Anne hyperventiliert gleich."

Jen schubste mich vorwärts. "Los, wir sind ja gleich da."

Sie hatte gut reden. Schließlich bekam sie in engen Räumen keine Erstickungsängste. Nie wieder, so schwor ich mir, würde ich durch einen Lüftungsschacht irgendwo einbrechen. Da, endlich erblickte ich den blassen Lichtschimmer, der das Ende dieser grauenvollen Kriechpartie ankündigte. 

"Geschafft", frohlockte David und hob leise das Lüftungsgitter von seinem Platz.

"Du zuerst, Anne." Charlie half mir, mich durch das schmale Loch zu zwängen und hielt mich dabei einen winzigen Moment länger im Arm, als eigentlich nötig gewesen wäre. Mein Herz setzte ganz kurz aus, aber da stand ich schon sicher im Juwelierladen. 

Ich presste mich fest an die Wand. Jetzt durfte ich keine falsche Bewegung machen, bevor David nicht die Alarmanlage außer Betrieb gesetzt hatte. Jen und Charlie traten an meine Seite. Kurz darauf ertönte das beruhigende Klicken der ausgeschalteten Alarmanlage. David war ein Genie. 

"An die Arbeit, Leute!", murmelte Charlie und löste sich aus seiner Erstarrung. Jen trat sofort hinter den Tresen und öffnete mit ein paar geübten Handgriffen den Schrank mit den Armbanduhren.

Ein Glitzern trat in ihre Augen. "Hollywood, wir kommen! Diese Teile sind zusammen fast 10.000 Mäuse wert. Und die Kasse erst ...". Sie fächelte sich mit einem Dutzend Scheine Luft zu. 

Charlie und David waren mindestens genauso erfolgreich und schmückten sich bereits mit einigen erlesenen Klunkern. Nun sollte ich aber auch mal anfangen. Im Handumdrehen war die nächste Vitrine geöffnet und ich im Besitz eines wunderschönen Diamantcolliers. 

"Wir sollten langsam aufbrechen. Seht zu, dass ihr keine Spuren hinterlasst!", meinte Jen.

Sie sah inzwischen aus wie eine Prinzessin mit den Dutzenden Ringen, Ketten und Armreifen und einem Paar Ohrringe, für das 90 Prozent aller Mädchen über Leichen gehen würden.

Die Jungen nickten nur, und während Charlie mich wieder in den Lüftungsschacht hob, schaltete David die Alarmanlage wieder ein. 

Als wir schließlich alle wohlbehalten in dem stickigen Gang saßen, prusteten wir los, als wir an die Vorstellung der Polizisten dachten, die jahrelang nach uns suchen würden, während wir coctailschlürfend irgendwo am Pool liegen. 

6. September 2013

 

... einer Schlange

 

Plötzlich stand sie vor mir: die riesige schwarze Mamba. Ein Glück, dass ich den Vogel schon vorhin gefressen hatte. Meine Konkurrentin sah das wahrscheinlich anders. Nichts gönnte sie mir.

Seit Tagen schon verfolgte sie mich ohne erdenklichen Grund. Während sie mindestens drei fette Kaninchen verdaut hatte, war dieser mickrige Vogel seit Tagen meine einzige Beute. Miss Mamba schnappte mir jedes Lebewesen im Umkreis vor der Nase weg.

Ich fauchte frustriert in die Richtung der fremden Schlange. Die schwarze Mamba war sehr viel größer als ich; bestimmt maß sie gute drei Meter, wenn sie sich komplett aufrichtete. Dagegen war ich mit meinen knappen 1,50 m gerade zu winzig. Allerdings tötete mein Gift innerhalb weniger Sekunden. Das Opfer hatte keine Chance.

Dass ich schneller als meine Gegnerin war, bezweifelte ich allerdings. Zum Nachdenken hatte ich nun aber keine Zeit mehr, denn mein Gegenüber richtete sich zur vollen Größe auf und bleckte ihre langen Fangzähne. In ihren Augen stand der ungebrochene Wille, mich zu töten. Gut, wenn sie das wollte: ich konnte es auch! 

Meine Halskrause verlieh mir etwas Furchteinflössendes. Wenn Schlangen grinsen könnten, hätte ich das jetzt getan. „Was willst du?“, zischte ich. „Nur dein Leben. Das ist mein Revier!“ Miss Mamba fauchte. „Bald nicht mehr.“, erwiderte ich und grub meine Zähne in ihren Hals.

Die Mamba zischte belustigt.

„Gift kann mir nichts anhaben.“ Sie versetzte mir einen lässigen Hieb mit der Schwanzspitze, der mich einige Meter nach hinten beförderte. 

Meine Wut machte mich rasend, doch ich versuchte, klar zu denken. Natürlich, Mambas waren gegen Gift immun, aber es gab Schwachstellen.

Ich griff erneut an, jedoch zielte ich diesmal auf den Schwanz meiner Gegnerin. Die Schlange erkannte zu spät, was ich vorhatte, und wich nicht rechtzeitig aus, als ich ihr mein tödliches Gift an den einzigen verwundbaren Punkt, die Schwanzspitze, in den Körper spritzte. 

Verwundert schaute sie mir in die Augen, während ihr Körper ein letztes Mal zuckte, bevor er schlaff auf dem Boden aufschlug.

Gut gelaunt machte ich mich auf den Weg, mein neues Revier zu erkunden ... 

2. September 2013

 

... eines Sängers

 

Ganz langsam schleicht sich die Angst in mein Bewusstsein. Ich muss ein Zittern unterdrücken. James klopft mir mit der freien Hand auf die Schulter. "Du schaffst das, Junge!" Ach ja, wenn ich daran mal selber glauben würde. Nervös streiche ich mir das Haar aus dem Gesicht. Meine Kostümbildnerin wollte unbedingt, dass es mir wild ins Gesicht fällt. Verwegen und cool sollte es aussehen. Momentan stören die langen Haarsträhnen mich nur. Vielleicht verdecken sie wenigstens meine Augen, dann muss ich die Tausende von Leuten nicht ansehen. 

Nein, so darf ich nicht denken. Schließlich habe ich diesen Weg selber eingeschlagen. Ich muss das durchstehen. Unwillkürlich straffe ich meine Schultern.

"Soundcheck!", ruft jemand von hinten. James und Adam stimmen bereits ihre Gitarren, Sean spielt einige Akkorde auf dem Keyboard und Ben führt ein paar komplizierte Bewegungen mit den Drumsticks aus. Alle sehen dabei so professionell und erfahren aus, was sie ja letztendlich auch sind. Sean und James haben sogar schon bei Katy Perry in der Band gespielt.

Aber ich bin bloß ein 17-jähriger Teenager, der sich in wenigen Minuten extrem doll blamieren wird. "Los Cole, du bist dran!" Ich singe die ersten Takte von einem meiner selbst geschriebenen Lieder. Es klappt eigentlich ganz gut und James nickt mir aufmunternd zu.

Dann höre ich plötzlich, wie die Vorband verstummt und eine angenehme Frauenstimme verkündet durch die Lautsprecher: "Hier sind der Newcomer Cole Davis und Band. Viel Spaß!" 

Jetzt wird es ernst. Gleich werden sich alle Scheinwerfer auf mich richten. Meine Bandmitglieder müssen durch einen anderen Aufgang zur Bühne als ich. Nun stehe ich ganz allein hinter der Bühne und ich höre, wie die Menge zu kreischen beginnt. Der Countdown bis zum Start der Show muss gerade begonnen haben. Ich betrete den hell erleuchteten Gang, an dessen Ende entweder das wahre Leben oder mein Ende wartet. Die letzten 10 Gongs bis zu meinem Auftritt setzen ein.

BUMM. BUMM. BUMM. BUMM. BUMM.

Wie benommen gehe ich den Tunnel entlang und beginne schließlich zu rennen. Gerade als der letzte Schlag verklingt, komme ich auf der Bühne an. 

Ein unglaublicher Lärm aus Klatschen und Schreien holt mich in die Wirklichkeit zurück, und plötzlich weiß ich, was ich zu tun habe. Meine Finger ergreifen das Mikro und ein Wesen wie aus einer anderen Welt beginnt zu singen. Und diesem Wesen wird bewusst, dass sein Leben gerade erst begonnen hat ... 

10. Juli 2013

 

... eines Leistungssportlers

Mir ist klar, dass dieser Text wahrscheinlich nicht besonders wahrheitsgemäß ist :)

 

Meine Füße trugen mich über den Boden. Nein, "tragen" war das falsche Wort. Ich flog. Ein wohliges Gefühl durchströmte mich. Hier war ich zu Hause, das war meine Welt. Laufen. Schneller als der Wind. Was konnte es Schöneres geben, als immer schneller zu werden. Schneller und schneller. Bis man schließlich ein unbeschreibliches Glücksgefühl empfand. Ich war frei. Niemand würde mir diese Erkenntnis je wieder nehmen können. Meine Eltern trauten ihren Augen nicht, wenn ich beim 100-m-Lauf in der Schule als Erste angekommen war, kein bisschen keuchte und alle anderen Kinder noch nicht einmal zu sehen waren. Kein Arzt konnte sich meine unglaubliche Begabung fürs Laufen erklären. Ich nahm an vielen Wettkämpfen teil, wobei keiner gegen mich auch nur ansatzweise ... - 

 "Megan Rield überquert mit einem sehr großen Vorsprung die Ziellinie", dröhnte es aus den Lautsprechern. "Sharon Allman kämpft sich in 500 Meter Entfernung voran. Dahinter Grace Cocsland und Briana May. Das hat es noch nie gegeben. So ein grandioser Olympiasieg ... Nein, unfassbar, unglaublich! Ich weiß nicht ... - 

" Die Stimme des Sprechers überschlug sich vor Aufregung. Die Richter unterhielten sich derweil wild zu mir herüber gestikulierend. "Wie kann das sein?! - Unmöglich! ... kann nicht mit rechten Dingen zu gegangen sein - ... Doping!". Zu dem Schluss kamen die Richter schließlich und mein Blut wurde untersucht. Nach drei geschlagenen Stunden und dreimal Blutabnehmen, weil sie es einfach nicht glauben konnten, mussten sie sich letztendlich eingestehen, dass ich nichts Ungesetzliches getan hatte und mein Sieg verdient war. Auf dem Siegertreppchen nahm ich zwar lächelnd Medaille und Urkunde entgegen, aber es bedeutete mir nichts. Gewinnen war schön, doch trotzdem nebensächlich gegen das Gefühl des Fliegens ...

9. Juli 2013

 

... einer Katze

 

Mit einem gewaltigen Satz, der zugleich athletisch für meinen etwas breiteren Körper war, sprang ich auf das Bett meines Frauchens. Schnurrend stupste ich sie mit meiner feucht-kalten Nase an, worauf sie mich grummelnd mit der Hand beiseite schob und weiterschlief. Wenn ich seufzen könnte, hätte ich das jetzt getan. Stattdessen musste man zu drastischeren Maßnahmen greifen. 

Ich lief in die Küche und holte aus dem Mülleimer die leere Futterdose von gestern. Mit meiner Beute im Maul tapste ich zurück ins Schlafzimmer und legte Frauchen mein Mitbringsel aufs Gesicht. Langsam musste sie doch mal verstehen, dass die Zeit der Fütterung gekommen war. Sie hatte es begriffen! Schimpfend schreckte sie hoch, klaubte die Futterdose aus ihren Augen und sah sich suchend nach mir um. Das war mein Stichwort. Kläglich miauend lief ich vor dem Bett hin und her und machte ihr klar, dass ich bald vor Hunger sterben würde. 

Widerwillig stand Frauchen daraufhin auf, ging in die Küche und öffnete eine Dose meines Lieblingsfutters: feinster Lachs! Freudig schnurrend hopste ich auf den Tisch und schubste Frauchens Hand beiseite. Futter- time!!! Gierig verschlang ich alles auf einmal und verschwand dann durch die Katzenklapppe in den Garten. Frauchen musste schließlich eine Belohnung für ihre Großzügigkeit erhalten. 

Die dumme Maus saß ziemlich weit entfernt von ihrem Mauseloch. Eine leichte Beute. Vorsichtig, um ja kein Geräusch zu machen, schlich ich mich an und tötete das dämliche Vieh mit einem gezielten Pfotenhieb. Triumphierend packte ich die Maus und lief wieder ins Haus zurück. Frauchen hatte bereits ihr Frühstück gegessen, als ich ihr stolz mein Geschenk präsentierte. Mit nicht ganz so beglückter Miene nahm sie die Maus und legte sie auf die Terrasse. Dann streichelte sie mir aber trotzdem lobend über den Kopf. "Gut gemacht, Mira, ganz toll!" Mit einem zustimmendem Miauen verabschiedete ich mich, um im Bett mein wohlverdientes Nickerchen zu halten ...

18. Juni 2013

 

... eines alten Kleiderschranks

 

Es ist lange Zeit her, dass ich zum letzten Mal geöffnet wurde. Lisbeth, die Tochter der reichen Familie, welche vor langer Zeit in diesem Haus wohnte, war es, die bevor die Familie umzog, ihre Puppe in mich hineinlegte. Das war 1897. In einigen Monaten werden die Scharniere so verrostet sein, dass es fast unmöglich werden wird, einen Blick in mein Inneres zu werfen. Vielleicht findet mich vorher noch einer, aber wahrscheinlich wird das nie passieren, weil die Tür zu dem Zimmer in dem ich stehe, zugemauert wurde. 

Der Sohn der Familie, der das Haus gehörte, starb an einer schrecklichen Krankheit, die man im 19. Jahrhundert noch nicht zu behandeln wusste. Seine Eltern und seine Schwester waren deswegen so traurig, dass sie den Raum zumauern ließen, auf das ihn niemand je wieder betritt. 

Seine Schwester allerdings wollte ihn nicht einfach vergessen, und so besuchte sie einige Male nach dem Tod ihres Bruders sein altes Kinderzimmer durch das Fenster. Es ist noch genauso eingerichtet, wie der kleine Gustav es zum letzten Mal sah. Das teure Himmelbett, sein Steckenpferd, die Kiste mit seinen Zinnsoldaten. Und natürlich ich, der alte, mit kunstvollen Schnörkeln verzierte Kleiderschrank. Auch ich bin noch immer gefüllt mit den Kleidern des armen Jungen. Und mit der Puppe, welche Lisbeth 1897 für Gustav, damit er sie nie vergisst, hinter meine Türen legte ...

17. Juni 2013

 

... eines Menschen im Hochwassergebiet

 

Überall Wasser. Ich hatte so gehofft, dass wir in unserem Haus bleiben könnten. "Lea!!!", rief meine Mutter in Panik von oben. "Bring deine Tasche mit und komm sofort nach oben! Ich habe schon die Feuerwehr gerufen." Mein Bett stand bereits bis zum Rand im eisigen Wasser. Als ich mich verzweifelt aus der klitschnassen Bettdecke gewühlt hatte, ergriff mich die nackte Angst. Ich lief zur Tür meines Zimmers und griff nach der Reisetasche, die wir bereits vor Tagen gepackt hatten. 

Verzweifelt versuchte ich die Tür meines Zimmers zu öffnen, aber es ging nicht! Die Wassermassen drückten so stark von außen gegen die Tür, dass es unmöglich war, sie zu öffnen. Mein Blick fiel auf den Hockeyschläger, der am Schrank lehnte. Kurzerhand ergriff ich das Teil und hämmerte wie besessen auf die Zimmertür ein. Endlich schaffte ich es, ein Loch hineinzuschlagen und kletterte hinaus. Im Flur wurde ich von der Wucht des fast bis zur Decke stehendem Wasser mitgerissen. Mein gesamter Körper wurde unter die Wasseroberfläche gedrückt. Ich versuchte, mich an die Worte meines Schwimmtrainers zu erinnern. "Immer ruhig bleiben, niemals in Panik geraten, denn sonst bist du sowieso schon verloren." 

Meine Lungen drohten zu zerplatzen, als ich durch den Flur bis zur Treppe nach oben tauchte. "Mach weiter Lea, komm schon!!", feuerte ich mich in Gedanken an. Endlich am Treppenabsatz angekommen, stieß ich die Tür zur Dachterrasse auf. Meine Mutter stand mit vor Angst verzerrtem Gesicht am Rand und ein Ausdruck ungeheurer Erleichterung trat auf ihr Gesicht, als sie mich die Terrasse betreten sah. "Lea! Dir ist nichts passiert, ich wäre vor Angst fast gestorben! Die Feuerwehr wartet mit ihrem Boot bereits unten." Sie rannte auf mich zu und drückte mich so fest an sich, dass ich drohte zu ersticken. 

Ein Feuerwehrmann kletterte über die Brüstung. "Sie müssen sofort nach unten ins Boot kommen, das Wasser wird gleich die Tür zerspringen lassen." Tatsächlich bebte die Terrassentür so heftig, als ob sie dem Druck nicht mehr lange stand halten würde. Der Feuerwehrmann half meiner Mutter und mir, uns vorsichtig in das Boot zu setzen, welches schon bis zur Dachterrasse nach oben gestiegen war, bis wir sicher im Rettungsboot saßen. 

Eine freundlich aussehende Frau reichte mir eine Decke, und mir wurde erst jetzt bewusst, wie sehr ich fror. Ein letztes Mal schaute ich zurück auf das Haus, indem ich die 13 Jahre meines Lebens verbracht hatte und das jetzt von den Fluten zerstört wurde.

 

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Kommentare: 24
  • #1

    Carl (Montag, 17 Juni 2013 16:14)

    Eine super neue Rubrik :) Noch besser als Kurzgeschichten! :D
    Und ein sehr ergreifender Text über Lea, dazu sehr toll geschrieben, und dann auch noch so schnell verfasst :P
    Mehr davon!!! Danke! :)

  • #2

    Veri (Montag, 17 Juni 2013 16:22)

    Danke!!!

  • #3

    najabuecherwurm (Montag, 17 Juni 2013 16:28)

    ich kann mich Carl nur anschließen es ist wirklich eine super Rubrik die du dir da ausgedacht hast! Dein Text über Lea ist wirklich sehr mitnehmend und spannend! Ich finde es sehr schön wie du dich in sie hinein versetzen konntest, denn deswegen ist der Text so toll! Mach bitte weiter, denn du siehst ja dieser Text ist sehr gut angekommen!
    Freue mich schon auf mehr! LG Lulu

  • #4

    najabuecherwurm (Dienstag, 18 Juni 2013)

    Ganz, ganz toll geschrieben die neue Geschichte über den Kleiderschrank! Ich finde es sehr bewundernswert das man sich so gut in einen Kleiderschrank hinein fühlen kann! Freue mich auf die nächste Geschichte aus dem Leben
    SYL Lulu

  • #5

    wortesindunendlich (Freitag, 21 Juni 2013 15:54)

    Wow! Tolle Rubrik, und die Geschichte mit dem Hochwasser fand ich super spannend! Hab richtig mitgefiebert... ;D Du hast echt Talent, glaub mir! Ich konnte mich total gut Lea als auch den Kleiderschrank hineinversetzen. ;)
    LG Lini

  • #6

    Ash (Dienstag, 02 Juli 2013 14:32)

    Eine Super tolle Idee echt gute Texte!:)
    Nur eine Sache ist mir aufgefallen: wenn das Wasser im Haus so hoch steht, dass es gleich die Dachterassentür aus den Angeln sprengt, steht es auch drumherum (mindestens) auf dem selben Stand - mit anderen Worten muss die Wasseroberfläche mindestens bis zur Terrasse gehen. Somit müssen deine Chats nicht abgeseilt werden :)

  • #7

    Veri (Freitag, 05 Juli 2013 09:30)

    Ups, ja stimmt! Sorry! Wenn ich wieder zuhause bin, werde ich es gleich ändern.

    Danke für dein Kompliment und vielen Dank auch euch anderen. Ich hab's nicht so mit Kommentare beantworten :)

  • #8

    Kata (Sonntag, 07 Juli 2013 17:12)

    Bis auf einige Wortwiederholungen gut gelungen, du hast Talent :)

  • #9

    Veri (Donnerstag, 11 Juli 2013 10:21)

    Ja, daran muss ich noch arbeiten :)

  • #10

    Lulu (Donnerstag, 11 Juli 2013 11:20)

    Zur Katze wirklich toll obwohl ich die bewegenden Geschichten von davor besser fand! Am Ende hast du ausversehen "veranschiedete" statt verabschiedete geschrieben, das kannst du ja noch ändern! Aber sonst wirklich toll! Das mit dem leistungssportler kann ich mir zwar nicht so recht vorstellen, aber das hast du oben ja schon geschrieben! Sonst auch ein toller Text mit Hineinversetzungsvermögen! Freue mich auf mehr!
    LG Lulu

  • #11

    Veri (Donnerstag, 11 Juli 2013 14:17)

    Ich persönlich fand die vorigen Geschichten auch besser. Bestimmt kommen mir noch ähnliche Ideen! Den Fehle berichtige ich gleich :)

  • #12

    Lulu (Dienstag, 03 September 2013 07:52)

    "Aus dem Leben eines Sängers" ist auch echt gut geworden! Ich habe ja schon sehnsüchtig auf den nächsten Text gewartet! Noch ein kurzer Hinweis (ja ich weis, ich mal wieder, aber mir fällt so etwas eben auf xD) also: " und plötzlich weiß, was ich zu" du musst schreiben: und plötzlich weiß ICH, was ich zu tun habe ;)! So ja mehr habe ich nicht gesehen :) der Text ixt gut geworden und ich freue mich schon auf den nächsten!

  • #13

    Veri (Dienstag, 03 September 2013 14:55)

    Freut mich, dass er dir gefällt. Ich finde ihn viel besser als die zwei Texte davor. Der Fehler wird gleich berichtigt :) Zu deinem Vorschlag im Newsletter über einen Rheumakranken: Ich werde mal ein bisschen recherchieren und dann guck ich mal, ob ich so etwas hinbekomme.

  • #14

    Lini (Samstag, 07 September 2013 16:59)

    Huhu! :D Dein Text über die Schlange war sehr unterhaltsam. ;) Auf jeden Fall zeigt er Humor und hat mich echt schmunzeln lassen!

  • #15

    Veri (Samstag, 07 September 2013 17:12)

    Ich habe geträumt, dass ich einen Text über Schlangen schreibe und dann dachte ich mir: Mach ich's doch einfach ;)

  • #16

    Lini (Samstag, 05 Oktober 2013 21:57)

    Der neue Text ist echt mal wieder gut. Sehr spannend beschrieben! :)

  • #17

    Veri (Sonntag, 06 Oktober 2013 10:13)

    Ja, ich musste meine kriminelle Ader mal ausleben. ;)

  • #18

    Kata (Freitag, 21 Februar 2014 20:29)

    Ich würde mich echt freuen, wenn in dieser Kategorie wieder einmal ein Text kommt - ich finde die Idee an sich genial und auch alle Geschichten, die hier bis jetzt stehen, sind grandios!

  • #19

    Veri (Samstag, 22 Februar 2014 11:24)

    Um ehrlich zu sein würde ich mich darüber ach freuen, dummerweise sind meine Ideen in den Urlaub gefahren :/

  • #20

    Feechen♥ (Dienstag, 15 April 2014 17:18)

    Haha, die Idee find ich ja mal genial. ^^ So noch nirgends gesehen und hat mich echt gefesselt. Unbedingt mehr davon ♥

  • #21

    Veri (Mittwoch, 16 April 2014 20:40)

    Dankeschön, Feechen! :)
    Wenn ich bald mal wieder ganz viel Zeit habe, gibt es hier bestimmt ein Text. ;)

  • #22

    Flu (Sonntag, 21 September 2014 19:21)

    Super!
    Ich musste erst Schmunzeln bei dem alten Kleiderschrank aber das ist eine wirklich tolle kleine Story!
    Der Gladiator gefällt ir auch sehr gut:)

  • #23

    Veri (Montag, 06 Oktober 2014 20:10)

    Ich freue mich immer wieder wie gut diese Rubrik ankommt. Schön, dass ich dich zum Lachen bringen konnte!

  • #24

    Lulu (Montag, 26 Oktober 2015 20:17)

    Ich hab mir heute nochmal alle durchgelesen und finde wirklich du solltest, wieder mehr Geshichten dieser Art schreiben, die sind nämlich wirklich toll und man kann sich sooo gut in diese ganzen Personen/Tiere und Schränke :DD hineinversetzen ;), also bitte, bitte mehr davon ;*


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